Griechisch

Den Schülerinnen und Schülern über eine sprachliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit griechischen Texten die gemeinsamen Fundamente Europas bewusst machen und ihnen die große Nähe, aber auch die Fremdheit der antiken Welt vor Augen zu führen – das ist das Ziel der Lehrenden am Gymnasium Weilheim.

 

Ab der ersten Stunde werden die sprachlichen, kulturellen und personalen Kompetenzen gefördert, die in der Auseinandersetzung mit dem griechischen Denken erworben werden. So erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Orientierung hinsichtlich Persönlichkeitsentfaltung und Teilhabe an Staat und Gesellschaft, was gerade für die Gestaltung von Demokratien wesentlich ist. Dieses langfristig wirksame Orientierungswissen steht dem in immer kürzeren Zeitintervallen veraltenden Fachwissen gegenüber, dessen Ursprünge im Griechisch-Unterricht immer wieder thematisiert werden.

Werner Heisenberg, Physiker und Nobelpreisträger, hat diesen Zusammenhang folgendermaßen formuliert: „Wer in irgendeinem Fach, sei es Technik oder Medizin, den Dingen auf den Grund gehen will, der wird früher oder später auf diese Quellen in der Antike stoßen, und er wird für seine eigene Arbeit viele Vorteile daraus ziehen, wenn er von den Griechen das prinzipielle Denken, die prinzipielle Fragestellung gelernt hat.“

 

In dem von humanen Zielen durchdrungenen Unterrichtsprozess, der immer wieder Anreiz zu persönlicher Stellungnahme gibt, werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, vor dem Hintergrund der antiken Texte gegenwärtige Probleme zu erkennen und über ihre möglichen Lösungen zu diskutieren, Alternativen zu aktuellen Lebens- und Denkgewohnheiten zu reflektieren und Zukunftsperspektiven zu entwerfen.

 

Dies geschieht sowohl in der Lehrbuchphase (Jahrgangsstufe 8 bis 1. Hälfte der Jahrgangsstufe 10) als auch in der eineinhalb- bis dreijährigen Lektürephase, in der Texte der Weltliteratur (z. B. Homer, Platon) gelesen und interpretiert werden.

Der Unterricht - z. T. auch gestützt auf digitale Medien wie die Textsammlung Perseus oder das Lernprogramm Hellenike - vermittelt das Erlebnis von Ursprungsprozessen (z. B. in Literatur, Philosophie und Rhetorik), die die europäische Kultur bis heute nachhaltig prägen.

Eine Veranschaulichung und Vertiefung erfahren diese Prozesse durch den gemeinsamen Besuch von Museen und Ausstellungen sowie durch Seminarfahrten ins In- und Ausland.