Weilheim goes Nashoba

Seit dem Schuljahr 2009/2010 unterhält das Gymnasium Weilheim einen Schüleraustausch mit der Nashoba Regional Highschool in Massachusetts, 50 Meilen westlich von Boston. Die Highschool hat ca. 900 Schüler, die aus den umliegenden Orten Stow, Lancaster und Bolton stammen. Alle zwei Jahre besuchen um die 20 Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen des Gymnasiums Weilheim - begleitet von 2 Lehrkräften  - ihre Gastfamilien, nehmen am Unterricht teil und absolvieren ein umfangreiches Ausflugsprogramm. Die amerikanischen GastschülerInnen besuchen unsere Schule und lernen in ihren Gastfamilien bayerische Gastfreundschaft kennen.

Vom 31.3.2019 bis zum 15.4.2019 waren Weilheimer Gymnasiasten aus den 10. Klassen zu Gast in Bolton; der Gegenbesuch fand vom 18.6. bis zum 3.7.2019 statt. Auf beiden Seiten hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, intensiv in das Leben im Gastland einzutauchen – vom Sezieren eines Tintenfisches in der Hafenstadt Gloucester bis zum Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung in Peißenberg war alles dabei.

Das Austauschprogramm wird von GAPP (German American Partnership Programm) gefördert, dessen Partnerschule wir seit 2018 sind. Die Förderung setzt voraus, dass die amerikanischen und deutschen Schüler gemeinsam ein Projekt bearbeiten, das im Sinne der Völkerverständigung gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis ermöglichen soll.

Unser Projekt, das im Mittelpunkt unserer Fahrt nach Bolton stand, setzte sich mit Vorurteilen und Stereotypen auseinander. Ausgehend von dem Fälschungsskandal um eine amerikanische Stadt in Minnesota beim Magazin DER SPIEGEL, in dem ein Reporter vollkommen frei erfundene „Fakten“ über die USA veröffentlichte – vermutlich um unsere klischeehaften Vorstellungen von Waffenverliebten provinziellen Trumpwählern zu bestätigen – machten sich unsere Schüler auf, ihre Partnerstadt und das richtige Leben in Massachusetts kennenzulernen und zu dokumentieren. Dabei gewannen wir interessante Einblicke: Amerikaner bevorzugen selbst gekochtes Essen im Kreis der Familie (statt Fast Food), sie reisen gerne und viel und die Umwelt ist ihnen ebenfalls sehr wichtig. Vor allem aber haben wir herzliche Gastfreundschaft erlebt – unsere amerikanischen Partner erlebten das Gleiche auf ihrem Gegenbesuch.

Gerade in Zeiten, in denen es besonders wichtig ist, sich von Mensch zu Mensch zu begegnen, ist dieser inzwischen etablierte Austausch besonders wertvoll. Unser Dank gilt allen Gastfamilien für die herzliche Aufnahme der Gäste, der Schulfamilie für ihre Offenheit, Flexibilität und Unterstützung und GAPP (German American Partnership Program) sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus für die finanzielle Unterstützung.

In diesem Sinne freuen wir uns schon auf die nächste Runde – im Schuljahr 2020/2021. Patricia Heilig und Margot Helgert