Konzept zur Erziehungspartnerschaft (KESCH)

(Stand 1. August 2019)

  1. Präambel

Kinder und Heranwachsende sind das höchste Gut einer Gesellschaft. Ihr Wohlergehen, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit bedarf unser aller Aufmerksamkeit, sie zu unterstützen, gerade auch während ihrer Schulzeit, ist unser aller Anliegen. Das bestmögliche Lernumfeld zu schaffen, erfordert das Zusammenwirken von Lehrkräften, Schülern, Schulleitung und Eltern. Fußend auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, der Bayerischen Verfassung, dem Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz, der Gymnasialen Schulordnung sowie der Schulvereinbarung des Gymnasiums Weilheim, versteht sich das hier vorgelegte Konzept zur Erziehungspartnerschaft als Leitfaden vertrauensvoller Zusammenarbeit, offener Diskussionskultur sowie permanenter Weiterentwicklung in Reaktion auf eine sich stetig verändernde politische, soziale und individuelle Situation. Nur im ständigen Miteinander und regen Austausch kann weiter wachsen und gedeihen, was mit Sorgfalt und Umsicht begonnen wurde.

2. Gemeinsame Grundlagen: gesetzliche Vorgaben und Schulentwicklungsprogramm

2.1 Erziehungsziele der Schule
gesetzliche Vorgaben: Art. 1 BayEUG: Bildungs- und Erziehungsauftrag
(1) Die Schulen haben den in der Verfassung verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag zu verwirklichen. Sie sollen Wissen und Können vermitteln sowie Geist und Körper, Herz und Charakter bilden. Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung, vor der Würde des Menschen und vor der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Die Schülerinnen und Schüler sind im Geist der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinn der Völkerversöhnung zu erziehen.

2.2 überfachliche Lernziele in den bayerischen Lehrplänen

2.3 schulinterne Schwerpunkte
Schulvereinbarung:
Am Gymnasium Weilheim setzen wir uns als Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleitung und Mitarbeiter gemeinsam für einen freundlichen und von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Umgang in einer gewaltfreien und angstfreien Atmosphäre ein. Grundlegend hierfür sind gegenseitige Achtung und das Verständnis füreinander und gegenüber anderen. Deshalb treten wir aktiv gegen die Ausgrenzung Einzelner ein.
Wir verstehen unsere Schule als Ort des gemeinsamen Lernens und Lehrens, der Wertevermittlung und der umfassenden Entwicklung der Persönlichkeit. Hier wollen wir Verantwortungsbereitschaft stärken und Neugierde, Motivation und Lernbereitschaft fördern. An unserer Schule sollen Bildung, insbesondere Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden, um den Anforderungen von Leben, Studium und Beruf gerecht zu werden.
Unser Verhalten soll von Vertrauen, Aufrichtigkeit, Zivilcourage, Offenheit, Humor und Freude geprägt sein, um zu einem positiven Schulklima beizutragen. Für die Umwelt und das Erscheinungsbild der Schule nach innen und außen fühlen wir uns verantwortlich. Wir pflegen den sorgsamen Umgang mit eigenem und fremdem Eigentum.
Die Verwirklichung dieser Ziele liegt in der Verantwortung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft.

2.4 schulinternes Gesamtkonzept zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz
u. a.  strukturelle Maßnahmen (Elternseminare, Teamarbeit, Klassenteilungen, Trainingsraumprogramm, Schülerfeedback, ...); Sozialformen (Zfu, Krisengespräche, Orientierungstage, schuleigenes Konzept der Suchtprävention, Lerncoaching, Klassengespräch); Verantwortungsübernahme von Schülern (Zfu-Assistenten, OGS-Assistenten; div. Arbeitsgemein-schaften: Demokratieerziehung, Hausaufgabencoaches, Streitschlichter, Medienscouts, Umweltscouts, klassische Tutoren, Schulsanitäter, Veranstaltungstechnik, ...)

3. Zusammenwirken/Erziehungspartnerschaft: bestehende Kontaktmöglichkeiten

3.1 Respekt und Vertrauen zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten

  • Achtung vor der Erziehungsarbeit der jeweils anderen Seite
  • gegenseitiges Wohlwollen und Entgegenkommen
  • Bereitschaft zur vertrauensvollen Zusammenarbeit
  • wertschätzende und offene Kommunikation

3.2 Intensive (gegenseitige) Information/Pflege der Kommunikation

3.2.1 individuell

  • Sprechstunden nach vorheriger Anmeldung; individuelle Terminvereinbarung möglich
  • Elternsprechtage
  • bei Bedarf: Mediation bei Konflikten zwischen Lehrkraft und Eltern
  • Hinweise, Coachingangebot beim 2. Hinweis, Information über Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen wie den Trainingsraum; Notenstandsberichte unter Nennung der Einzelnoten
  • stärkeorientierte Rückmeldungen an Erziehungsberechtigte bei Verhaltensänderungen zum Positiven

3.2.2 klassen- und schulbezogen

  • Plenumsveranstaltungen vor Klassenelternabenden, Informationsveranstaltungen für Erziehungsberechtigte, Elternseminare, erweiterte Kommunikation bei Sondereinrichtun-gen wie z. B. der Tabletklasse
  • Stehempfang für Eltern der 5.-Klässler am 1. Schultag
  • Klassenelternabende, auch außerplanmäßig bei Bedarf
  • wöchentliche Elternrundbriefe als elektronischer Newsletter; Newsletter Umweltschule
  • Homepage
  • Jahresbericht
  • vertrauensfördernde Maßnahmen (regelmäßiger Kontakt mit dem Elternbeirat auch über die Sitzungen hinaus, Treffen der Schulleitung mit Elternbeirat und Klassenelternsprechern, Initiativen des Elternbeirats, Initiativen der Zukunftswerkstatt, z. B. Blumen-pflege und Kuchenverkauf)
  • Zusammenarbeit in Arbeitskreisen (Fahrtenkonzept, Mensa, Konzept zum Unterrichtsausfall, Erziehungspartnerschaft, ...)
  • Veranstaltungen des Elternbeirats (z. B. Neujahrempfang, Einladung des Lehrerkollegiums nach dem Elternsprechtag)
  • Zusammenarbeit im Verein der Freunde und Förderer, VdFF

4. Leitvorstellungen auf Seiten der Schule: Wahrnehmung des Erziehungsauftrags durch Schulleitung und Lehrkräfte

  • Pädagogischer Konsens: gemeinsame Erziehungsziele (s. o.) und Erziehungsmaßnahmen (abgestimmter Einsatz von Hinweisen, Sozialdienst, Trainingsraum und Ordnungsmaß-nahmen gem. Art. 86 BayEUG; Krisengespräche)
  • Mut und Bereitschaft zur Erziehung
    z. B. Vorbildfunktion, Gesprächsbereitschaft, Beziehungsarbeit, Interesse an der persönlichen Entwicklung der Schüler
  • Transparenz und Fairness bei Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
  • bei Bedarf Angebot von Klassengesprächen und Kriseninterventionen

5. Leitvorstellungen der Erziehungsberechtigten zur Unterstützung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule, festgehalten in der Schulvereinbarung

  • Übernahme einer führenden Rolle im Erziehungsprozess der Kinder bei gleichzeitig vorbildhafter Vermittlung der Grundwerte der Gesellschaft
  • aktive Begleitung und Unterstützung des schulischen Lernprozesses der Kinder unter Beachtung der Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit
  • Schaffung geeigneter Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Lernatmosphäre im häuslichen Umfeld
  • aktive Informationsaufnahme über die Schule sowie die Entwicklung des Kindes
  • vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen am Erziehungsgeschehen beteiligten Personen sowie aktives Interesse an schulischen Veranstaltungen

6. Ausblick

Das hier vorliegende Konzept zur Erziehungspartnerschaft stellt die Weiterentwicklung seit der gemeinsamen Erarbeitung im Schuljahr 2014/15 und ihrer Verabschiedung im Schulforum im Sommer 2015 dar. Künftige Handlungsfelder ergeben sich vor allem aus den drängenden Problemen unserer Zeit, insbesondere der offenkundig gewordenen Notwendigkeit eines Lebens in Einklang mit der Natur und unter Wahrung der Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung. Zu einer ganzheitlichen Bildung für nachhaltige Entwicklung gehört auch das Bemühen um Demokratieerziehung in dem Sinne, dass politische Bildung nicht bei der Kenntnis politischer Strukturen stehen bleibt, sondern politisches Handeln auf jeder Ebene des Lebens als Teilhabe des Einzelnen an der Gemeinschaft und Verantwortungsübernahme für sich und andere verstanden wird. In diesem Kontext werden u. a. auch die Herausforderung der digitalen Transformation als Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft verstanden. So werden sich künftig die Elternseminare verstärkt der verantwortlichen Nutzung digitaler Medien durch die Kinder widmen, ebenso wie auf der Seite der Erziehungsberechtigten an der Bewusstseinsbildung für die Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Lehrkräften gearbeitet werden wird.                                                                                                                                                                                                                                                                                Um die Kontaktaufnahme weiter zu erleichtern und die Informationsmöglichkeiten über schulische Ereignisse und damit die Identifikation mit der Schule zu stärken, ist die Ergänzung des Schul-Intranets (Infoportal) durch das Elternportal der Firma art, soft & more geplant.                                                                                                                                                                                                Angebote von Erziehungsberechtigten, sich in die Handlungsfelder der Umweltschule einzubringen, liegen bereits vor und versprechen vielfältige Berührungspunkte, z. B. bei der Anlage eines Schulgartens auf dem Gmünder Hof und beim Anbau von Färbepflanzen sowie der Herstellung entsprechender Farben. Für das Schuljahr 2019/20 ist ein Projekttag geplant, der die gesamte Schulgemeinschaft im Kontext von ökologischen Projekten zusammenbringen soll.

 

 

1.8.2019                                                                                                        gez. Beate Sitek, OStDn