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Latein bietet mehr: Wissen und Kompetenzen, um die Welt zu verstehen

 

Im Lateinunterricht bietet sich mehr als in zeitgenössischen Fremdsprachen die Möglichkeit, eine fremde Kultur mit der eigenen zu vergleichen. Diese Kontrasterfahrungen bieten die große pädagogische Chance, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich durch Hinterfragen die eigene Gegenwart kritisch zu erobern.

 

Der inhaltliche Schwerpunkt des ersten Lernjahres ist die Vermittlung der römischen Alltagswelt, in welche die Schüler mit römischen Kindern eintauchen können. Der Alltag dieser Kinder ist, verglichen mit dem heutigen Alltag der Schüler, viel fremder als die zeitgenössischen Lebensumstände eines englischen oder französischen Kindes. Die Helden des Lehrbuches leben in einer Welt ohne moderne Technik, aber mit Sklaven, zur Unterhaltung sehen sie tödliche Gladiatorenspiele statt hingeschminkter Fernsehmorde. Die Schüler erleben die Mühen einer Reise im Holzkarren, während heute Autos, Bahnen, sogar Flugzeuge zur Verfügung stehen. In dieser Kontrasterfahrung liegt eine große pädagogische Chance.

Denn den Kindern werden auf altersgerechte Weise die Werte, Normen und Strukturen einer anderen, fremden Gesellschaft nahe gebracht. Dabei führt das Wissen um diese historischen Fakten zugleich zu einem Hinterfragen der eigenen Zeit: Gibt es wirklich keine Gladiatoren mehr? Sind sie nicht vielmehr unter der Maske der bejubelten Leistungssportler verschwunden? Und Sklaven? Haben sich die antiken Sklaven nicht in androide Roboter und Maschinen einerseits und Geringverdiener andererseits aufgespalten?

Schüler sehen diese Unterschiede und sehen damit ihre eigene Zeit plötzlich anders. Der Vergleich mit dem Fremden reizt zum Nachdenken und hilft so dabei, sich die eigene Gegenwart kritisch zu erobern.

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