Vea Kaiser - eine junge Autorin aus Wien liest in Weilheim

Dass es sich hier um ein Projekt für junge Leser handelt, wurde am Abend des vierten Aprils in der Weilheimer Aula sofort klar: Vier Musikerinnen des Quartetts „Uniques Horns“ spielten zum Auftakt der Dichterlesung von Vea Kaiser Blasmusik, passend zu deren ersten Roman „Blasmusikpop“. Die Schülerinnen Clara Berger und Carina Müller aus der neunten Klasse führten die Anwesenden souverän in die Romane der Schriftstellerin ein, indem sie nach den Helden fragten, die in ihren Büchern vorkommen, und somit Lust auf die vielen Figuren und Geschehnisse in Vea Kaisers Bestseller machten. So war die ebenfalls noch junge 30jährige Autorin begeistert von dem Engagement der Jugendlichen, die ihren Auftritt umrahmten. Vea Kaiser liest nicht nur, sie rockt mit ihrem schauspielerischen Talent die Bühne! Sie spricht frei, wenn sie die Textpassagen in den jeweiligen Kontext stellt, verliert dabei aber nie den Faden, obwohl sie noch so vieles mit dem ihr eigenen Wiener Charme nebenher erzählt. Stehend, mit ausgeprägter Gestik und gekonnter Modulation ihrer Stimme trug sie aus ihrem ersten Roman „Blasmusikpop oder wie die Wissenschaft in die Berge kam“ den Anfang vor, in dem ein junger Mensch aus einem engen Bergdorf, St. Petri am Anger, hinaus möchte, um Wissen zu erwerben, um dann wieder zurückzukommen und der erste Arzt, den es je in diesem Dorf gegeben hat, zu werden. Ein Roman, der freilich nicht ohne Merkwürdigkeiten auskommt, da ein Bandwurm, den sich die Hauptfigur eingefangen hat, dessen ganze Aufmerksamkeit einnimmt und zur Motivation seines Wissensdurstes wird. In ihrem zweiten Roman „Makarionissi oder die Insel der Seligen“ geht es ebenfalls um das Weggehen, Ankommen und Bleiben. Eleni, eine widerspenstige Kämpferin, mit der sich die Autorin gut identifizieren kann, erlebt in Hildesheim, ihrem ersten Wohnort in Deutschland, das harte deutsche Nein, gegen das sie tapfer und stur ankämpft. Lefti, ihr Cousin, mit dem sie in Scheinehe lebt, liebt dagegen Hildesheim, vor allem weil er hier die hübsche Sprachenlehrerin Fräulein Haselbacher kennenlernt. Mit einem kurzen Ausblick, wie die Lebenswege von Eleni und Lefti auseinandergehen, beendete Vea Kaiser auch diesen Romanausschnitt. Den Schluss ihres neuen Romans, der kurz vor der Lesung erst herausgekommen war, durfte sie natürlich nicht verraten. Wegen „Rückwärtswalzer oder die Manen der Familie Prischinger“ war sie jüngst von Thomas Gottschalk in seine neue Literatursendung „Gottschalk liest“ eingeladen worden, worüber die Autorin auch gerne erzählte. In der vorgelesenen Episode geht es darum, dass der arbeits- und mittellose Schauspieler Lorenz seinen eben verstorbenen, tiefgefrorenen Onkel Willi mit samt den drei Tanten ins Auto, einen Fiat Panda, packt, um ihn in Montenegro zu beerdigen und so dessen letzten Willen zu erfüllen. Leider beobachtet auch die Nachbarin den Vorgang! – Nach einer langen Signierpause, in der sich Vea Kaiser jedem interessiert und persönlich zuwandte, beantwortete sie ebenso ehrlich und temperamentvoll die Fragen der Anwesenden und scheute sich nicht, auch Persönliches preiszugeben. Auf Wunsch einiger Unterstufenschüler, die sich vom Text „Mondfahrt“ aus dem „Weilheimer Heft“ zu Comic-Zeichnungen inspirieren ließen, beendete Vea Kaiser die Lesung mit diesem spektakulären Flug über St. Petri am Anger. Großer Applaus war ihr sicher. (Maria Kachl-Gleißner)

 

Dichterlesung mit Vea Kaiser 

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Aula, als Vea Kaiser am vergangenen Donnerstag, dem 4.4., nach Weilheim kam, um aus ihren drei Romanen vorzulesen. Der Abend begann gleich musikalisch: Die Gruppe UniqueHorns, eine Combo aus vier Blechbläserinnen, eröffnete den Abend. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Schiefer übergab dieser dann das Mikrofon an Clara Berger und Carina Müller aus der Klasse 9a, die die Anmoderation der Autorin übernahmen. Dann betrat Vea Kaiser die Bühne und las mit viel Witz und Charme Auszüge aus ihren drei Büchern vor – den Romanen Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam, Makarionissi oder Die Insel der Seligen und Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger. Schnell verging die Zeit mit Johannes Gerlitzen, Eleni, Lefti und Co., bis die UniqueHorns das Publikum in die Pause verabschiedeten. Der zweite Teil des Abends bot Raum für Fragen – von Erwachsenen, aber auch von Schülern. So erzählte Vea Kaiser unter anderem, dass der Film zu ihrem Debütroman, Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam, bereits im Sommer nächsten Jahres gedreht werden solle, oder auch, dass der Bandwurm in eben genanntem Roman tatsächlich existiere und ihr beim Besuch eines Museums in Wien ins Auge gefallen sei. Zum Ende des Abends lobte sie noch sowohl die Schüler als auch die Lehrer für ihr Interesse an Literatur, das bei uns an der Schule wirklich gelebt und gefördert werde: Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit!, so Kaiser. Wir danken der Schulleitung und der Fachschaft Deutsch für diesen wirklich gelungenen Abend sowie der AG Technik für den reibungslosen Ablauf, den UniqueHorns für die musikalische Gestaltung und dem PSeminar Showtime für die Verköstigung. (Nicole Heigl 10a)